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ST.BERNHARDS-KONGRESS 1967

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe St. Bernhards Freunde,

 

Nachdem der Präsident des Schweiz. St. B. Clubs Sie bereits willkommen geheissen hat, möchte ich noch schnell einige Personen besonders begrüssen, Personen, die viel dazu beigetragen haben, dass dieses Ereignis überhaupt zu Stande kam. In erster Linie Frau Dixie Weber, die Dame, die sich spontan bereit erklärte die englische Korrespondenz, welche mir weniger liegt, grösstenteils zu erledigen. Ferner die Damen Georgean Raulston und Phyllis Smith, die mich mit Ihrem Enthousiasmus dazu brachten, allgemein zu verkünden, dass wir beabsichtigten einen Weltverband der St. Bernhards-Clubs zu gründen. Allen diesen Damen (merkwürdigerweise waren es fast ausschliesslich Damen) möchte ich meinen herzlichsten Dank für ihre Hilfe und Unterstützung aussprechen.

 

Der erste Club, der seine Mitarbeit versicherte, war der Schweizerische St. Bernhards-Club, dessen Präsident soeben zu Ihnen sprach. Auch diesem Club möchte ich danken für die mir gewährte Unterstützung. Bald darauf meldeten sich weitere Clubs an, so dass wir bis heute auf die Zusammenarbeit mit den folgenden Clubs zählen können:

St. Bernard Club of America

          St. Bernard Club of Ontario, Canada

Club Français du St. Bernard

Deutscher St. Bernhards-Club, Sitz in München, Deutschland

Holländischer St. Bernhards-Club

Club Italiano di S. Bernardo

St. Bernard Club of Scotland

St. Bernard Club of Greater New York, Amerika

Middle Atlantic St. Bernard Club, Amerika

St. Bernard Club of Sacramento / Sierra, Amerika

Schweizerischer St. Bernhards-Club

 

Viele amerikanische Clubs, die ihre Versammlung erst später abhalten können, haben unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Mitglieder zugesagt. Aus Skandinavien liegt der Bericht vor, dass die Gründung eines Clubs bevorstehe.

 

Ich möchte vorausschicken, dass nur die anwesenden Delegierten der verschie­denen Clubs stimmberechtigt sind. Ich bitte deshalb diese Abgeordneten, sich bei der Abstimmung zu melden. Die übrigen St. Bernhards Freunde haben jedoch alle das Mitspracherecht.

 

Nachdem ich mich auch bei.all diesen Clubs bedanken möchte für ihre moralische  Unterstützung, möchte ich es nicht unterlassen, einige Namen zu nennen, die "hinter den Kulissen" mitgeholfen haben, sei es moralisch oder mit Taten. Dies sind vor allem die Damen Dr. U. Westell, Schottland, Clou de Vries, Holland, die Herren Dr. A. Morsiani, Italien, Hesser und Falkner, Amerika, Lammers und de Jong, Holland, Naumann, Deutschland, Dietmann, Frankreich, sowie noch viele andere. Ohne ihre Unterstützung wäre das Ziel für mich praktisch unerreichbar gewesen, jetzt war es beinah ein Kinderspiel.

 

Ich beabsichtige nicht, eine lange Rede zu halten und Sie zu langweilen, jedoch ist es unerlässlich kurz die Vergangenheit und die Gegenwart zu skizzieren.

Vor vielen Jahren, ich glaube es war im Jahre 1932, reifte bei mir die Idee, einen internationalen St. Bernhards-Club zu gründen. Die Initianten waren die Herren Wittwer, van Hoboken und "meine Wenigkeit“. Bald schlossen sich die Herren Glockner und Näther, Deutschland, und Herr Tillisch, Tschechoslowakei, an. Wegen der damaligen Zustände in Deutschland und der Unruhen in den andern Ländern, konnten die Pläne leider nicht verwirklicht werden. Gerade dieser Tage schrieb mir Herr Krossing aus Hamburg, dass er sich noch gut an jene Vorbereitungen erinnere. Uebrigens lässt Sie dieser hochbetagte St. Bernhards Freund herzlich grüssen, wobei sich aus der Ostzone Deutsch­lands die Familien Heid und Grommlich und aus der C.S.S.R. Frau Hanna Bartosova an­schliessen. Herr van Hoboken, der, wie bereits erwähnt, zu den Initianten aus der damaligen Zeit gehört, hatte sich gefreut, auch dieses Mal an den Verhandlungen teil­zunehmen. Er ist leider kürzlich erkrankt und musste auf diese Reise verzichten. Er lässt uns aber seine besten Wünsche übermitteln.

 

Letztes Jahr bat mich Frl. Dr. Westen: Schottland, für die englisch-sprechenden Länder eine Reise durch die Schweiz zu organisieren. Ich war gerne bereit, diesen Wünsch zu erfüllen und gleichzeitig kam bei mir der Gedanke auf, erneut einen Vorstoss zur Gründung eines Weltverbandes der St. Bernhards-Clubs zu wagen. Inzwischen war die Verbundenheit mit beinah allen Ländern, wo es überhaupt St. Bernhards gibt, immer intensiver geworden, und so wagte ich den Schritt: dessen Ergebnis Sie heute be­urteilen können. Ueber das Resultat der verschiedenen Reisen, die diese Woche unternommen wurden, können Sie sich anschliessend während des Dinners bei den Teilnehmern erkundigen.

 

Wir kommen nun zu jenen Besprechungen: die die Gründung des Weltverbandes der St. Bernhards-Clubs betreffen. Als Initiant erachte ich es als notwendig, kurz die Ziele dieses Verbandes zu streifen. Anschliessend kann sich jeder dazu äussern. Bitte fassen Sie sich kurz, denn die endgültigen Beschlüsse über die Zusammensetzung

dieses Verbandes können erst später gefasst werden und zwar auf Antrag einer Kommission, die jetzt gewählt werden muss.

 

Ich. stelle mir eine Vereinigung aller beste. enden St. Bernhards-Clubs zu einem Verband vor, welcher sich unter anderem folgende Ziele gesteckt hat:

 

Zusammenarbeit auf allen Gebieten zwecks Förderung der St. B. Rasse.

Einheitliche Auslegung des Standards, der 1887 vom Schweiz. St. H. Club festgesetzt wurde.

Austausch der Richter in den verschiedenen Ländern. (Ein gutes Vor­bild werden Sie morgen anlässlich der Ausstellung in Zug sehen, wo 4 Richter aus 4 verschiedenen Ländern zusammen die St. B. richten werden.)

Vermittlung beim Kauf und Verkauf von St. B. ohne gewinnsüchtige Absichten. Der Züchter soll einen guten Preis bekommen, welcher sich nach dem Zuchtprodukt richtet, wobei für erst­klassige Tiere selbstverständlich höhere Preise verlangt werden können. Dies soll die Züchter anspornen, nur mit den allerbesten Tieren zu züchten.

Für besondere Anlässe soll ein Welt-Union-Preis zu Verfügung gestellt werden.

Regelmässige Besprechungen der Richter, soweit dies möglich ist.

Ausgabe vom "Barry-International" fortsetzen.

 

Zusammensetzung des Vorstandes und Sitz des Verbandes

 

Der Vorstand muss sich aus mindestens 1 Präsidenten, 1 Sekretär und 1 Kassier zusammensetzen. Ferner sollte jeder Club durch eine Person vertreten werden, wenn möglich durch den Präsidenten. Ausserdem wird jeder Club 3 Personen bestimmen, die den regelmässigen Kontakt mit dem gewählten Vorstandsmitglied pflegen, damit der Welt­verband keine leere Theorie bleibt.

 

Angesichts der Tatsache, dass der St. B. eine Schweizerrasse ist und die Schweiz sein Ursprungsland ist, scheint mir logisch, dass der Vorstand seinen Sitz in der Schweiz haben wird, dass ein Schweizer zum Präsidenten gewählt werden wird und dass der schweiz. Standard als der einzig richtige betrachtet wird. Die erste Aufgabe des zu wählenden Vorstandes wird sein, die Bestimmungen betr. Standard in die verschiedenen Sprachen zu übersetzen. Sollten kleine Unterschiede vorliegen, so müsste man sich zu einigen versuchen, ohne jedoch von den Hauptlinien abzuweichen.

 

Die Situation in Amerika verhält sich etwas anders als in Europa. Wir finden dort eine ganze Anzahl St. B. Clubs. Der St. Bernard Club of America ist aber der einzige Club der anerkannt ist durch den American Kennel Club, der Dachorganisation aller Rassen. Daneben bestehen gegenwärtig noch um die 20 Regional-Clubs, die sich aber nach dem Standard und den Reglementen des St. Bernard Club of America zu richten haben. Der einzige Club unserer Rasse mit offiziellem Charakter ist also der St. Bernard Club of America. Dennoch betrachte ich es als sehr wertvoll, wenn eine Lösung gefunden werden kann, durch die sich auch die Regional-Clubs der Welt-Union anschliessen können. Verschiedene Clubs haben bereits den Wunsch dazu geäussert und den Beitrag be­zahlt. Angesichts dieses Zustandes in Amerika erachte ich es als Vorteil, wenn dort eine separate Organisation gebildet wird und zwar nach dem Vorbild der Welt-Union. Demnach sollten die einzelnen Regional-Clubs auch im amerikanischen Vorstand vertreten sein. Das würde wesentlich dazu beitragen, dass enge Kontakte unter den verschiedenen Clubs entstehen würden. Wie eingangs erwähnt, hat der St. Bernard Club of America seine Mitarbeit auch zugesichert und sein Präsident, Mr. Edward Poor, sendet uns die besten Grüsse und Wünsche. Die amerikanische Organisation soll in enger Verbindung stehen mit der Sektion in Europa und beide zusammen bilden die Welt-Union, die die weitere Zu­sammenarbeit vervollkommnen wird.

 

Der  Generalvorstand, mit Ausnahme des Präsidenten und des Sekretariats, wird sich zusammensetzen aus je einer Person aus jedem teilnehmenden Club. Vorläufig wird im ersten Jahr ein Betrag von $10 pro Club verlangt werden, der später bei Bedarf erhöht werden kann. Das Endziel wird sein, möglichst alle St. B. Freunde auf der ganzen Welt in einer Organisation mit einer einheitlichen Standardauffassung zu ver­einigen, gemeinsam bestrebt zu sein, die Rasse zu verbessern, die Freundschaft unter den St. B. Freunden zu fördern und nichts zu unterlassen, was der Rasse oder dem Club von Nutzen sein.

 

Ich ersuche Sie nun, so kurz wie möglich Ihre Meinung zu äussern und am Schluss der Diskussion Ihre Stimme für die Gründung des Weltverbandes abzugeben.

 

Es wird eine Kommission bestimmt werden, um weitere Vorschläge einzureichen. Die Verhandlungen werden meistens auf schriftlichem Weg erfolgen, wobei bei günstigen Gelegenheiten Zusammenkünfte stattfinden werden (grosse Ausstellungen, Kongresse). Bitte halten Sie sich deshalb heute nicht an Kleinigkeiten auf, schenken Sie den zu wählenden Personen Ihr Vertrauen, damit eine grosse, solide Organisation aufgebaut werden kann.

 

In diesem Sinn eröffne ich gerne die Diskussion.

 

Albert de la Rie

Luzern, Schweiz

23. September 1967

 

 

 

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Dernière modification : 27 December 2009